Die Pfarrkirche St. Margaretha - als Gotteshaus und Kunstwerk!

Die ehrwürdige Pfarrkirche von Teufenbach mit ihrem im Laufe vieler Jahrhunderte zur jetzigen Form gewachsenen Bau, mit ihren kostbaren Altären und geschichtsträchtigen Grabdenkmälern ist seit mindestens achthundert Jahren der religiöse Mittelpunkt der Teufenbacher Bevölkerung, in dem sie Trost und Kraft in schwierigen Zeiten gefunden haben, deren Seelsorger sie im Glauben unterrichtet und in Nöten getröstet haben, an denen sich aber auch während der konfliktreichen Zeit der protestantischen Reformation und der katholischen Gegenreformation heftige Auseinandersetzungen und oft auch berechtigter Unmut entzündet haben. 

Die der heiligen Margaretha geweihte Pfarrkirche ist noch heute von einem gemauerten Kirchhof umgeben. Aus Aufzeichnungen wissen wir, dass der Chor (Altarraum) 1437 neu gebaut und geweiht worden ist. Zwei Seitenkapellen wurden 1738 erbaut, der Turm in den Jahren 1744 und 1745. Die durch Brand im Jahre 1855 schwer beschädigte Kirche wurde außerdem in den Jahren 1825, 1875, 1922 und 1936 renoviert, innen 1970, außen zuletzt 1975.

Vom zweijochigen Langhaus wird meistens angenommen, dass es im Kern romanisch sei und damit aus dem 12. oder beginnendem 13. Jahrhundert stammen würde. Das deckt sich durchaus mit den urkundlichen Nachrichten. Wilhelm Deuer hat allerdings in seiner Dissertation über den romanischen Kirchenbau in der Steiermark in Teufenbach keine romanische Baureste festgestellt. Das Langhaus ist von einem Kreuzgratgewölbe im Stil des 17. Jahrhunderts überspannt, das auf Wandpfeilern aufruht. Bis zur Einwölbung war das Langhaus von einer flachen Balkendecke überzogen. Die vier Seitenkapellen sind durch Rundbogen mit dem Kirchenschiff verbunden. In den Laibungen dieser Öffnungen in die Seitenkapellen sind zum Teil noch einfache barocke Stuckfelder erhalten.

Die rechte Seitenkapelle im Südwesten der Kirche ist im gotischen Stil des Spätmittelalters über zwei Joche erbaut und verfügt über ein Kreuzrippengewölbe. Die beiden östlichen Kapellen dagegen sind erst im Jahr 1738 erbaut worden und zwar mit je einem Kreuzgratgewölbe, ebenso wie jene im Nordwesten. Der eingeschnürte spitzbogige Fronbogen leitet vom Langhaus zum Altarraum über. Der Chor bzw. das Presbyterium ist schmäler als das Langhaus, erstreckt sich über zwei Joche und läuft nach Osten mit einem 5/8-Schluss aus. Dieser spätgotische Chor wurde im Jahr 1437 fertiggestellt und geweiht. Unterhalb dieses Chorraumes liegt die Gruft der Teuffenbacher. Das gotische Sternrippengewölbe des Altarraumes ist aus dem Achteck entwickelt und ruht auf Diensten auf. Die runden Reliefschlusssteine zeigen eine Darstellung des Lamm Gottes, das Teuffenbacher Wappen und einen Christuskopf. Die gotischen Fenster sind ein- und zweibahnig und verfügen zum Teil noch über Maßwerk aus Haustein. Die gotischen Scheiben sind leider nicht mehr vorhanden; die gegenwärtigen Scheiben dieser Fenster sind mit 1887 und 1888 datiert. 

Die Saktristei im Norden des Altarraumes stammt ebenfalls aus der gotischen Bauperiode. Der eingestellte Turm im Westen der Kirche über dem Haupteingang könnten im Untergeschoss noch aus der Romantik und somit aus der Frühzeit der Kirche stammen, hat jedoch im übrigen seine heutige barocke Form mit Haube und Zwiebel in den Jahren 1744 bis 1745 erhalten. Das Westportal stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert und dürfte zugleich mit der Einwölbung des Langhauses geschaffen worden sein. Das Glasfenster in der Westempore stellt die hl. Cäcilia dar, stammt von Eduard Kratzmann aus Wien und wurde 1910 hergestellt. An der Südseite des Chores ist ein großes Fresko des hl. Christophorus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zu sehen. Solche überlebensgroße Christophorusdarstellungen findet man häufig an den Innen- und Außenwänden der Kirchen; man war überzeugt, dass man an dem Tag, an dem man das Bild des hl. Christophorus sieht, nicht unversehens sterbe werde. Vom einstigen farbigen Fresko ist jedoch nur mehr die Vorzeichnung erhalten. In der Südwestkapelle gibt es Freskenreste mit Rollwerkornament aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Besonders beachtenswert sind die ebenfalls erst kürzlich aufgedeckten Fresken am Fronbogen: die gemalten Assistenzfiguren Maria und Johannes aus der Zeit um 1700 zwischne dem im Scheitel des Fronbogens hängendem Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert; dieses wurde allerdings überschnitzt. Der hochbarocke Säulenhochaltar im Chorschluss mit Umgangsportalen wurde gegen Mitte des 18. Jahrhunderts geschaffen und stammt wie alle übrigen Kapellenaltäre aus dieser Zeit; sie sind alle Werke aus der Judenburger Schnitzwerkstätte des Balthasar Prandstätter. Nur der Altar beim Fronbogen ist älter und stammt laut Inschrift aus dem Jahr 1661. Er zeigt das Bild der Hl. Familie mit den Heiligen Jakobus und Johannes Evangelist. Der dem hl. Joseph geweihte Altar wurde laut Chronogramm-Inschrift im Jahr 1740 aufgestellt. In der gegenüberliegenden Kapelle befindet sich der dem hl. Johannes Nepomuk geweihte Altar mit gleichem Aufbau wie wie der vorhin besprochen. Es sind jeweils Säulenalteräe mit seitlich herabfallenden geschnitzten Vorhängen, typische Arbeiten des Balthasar Prandstätter. Von den zahlreichen barocken Bildern ist ein Missionsbild aus dem Jahr 1748 hervorzuheben.